Nackenschmerzen

Nackenschmerzen

Was tun bei Schmerzen im Nacken?


Ein verspannter Nacken, ein Ziehen am Hinterkopf oder in den Schultern – Nackenschmerzen zählen zu den häufigsten Schmerzen des Bewegungsapparates.1 Der Großteil der Nackenschmerzen wird von Ärztinnen und Ärzten als unspezifisch eingestuft.2 Das bedeutet, dass sich keine eindeutige Ursache für die Schmerzen feststellen lässt. Abfinden müssen Sie sich damit aber nicht. Wenn Sie starke Schmerzen haben oder sich zu den Nackenschmerzen ein Kribbeln, Sensibilitätsstörungen, Gewichtsverlust oder Fieber gesellen, sollten Sie nachhaken und sich genau durchchecken lassen. Denn auch wenn es äußerst selten vorkommt, können Nackenschmerzen Anzeichen für eine ernste Erkrankung sein.  

Verspannungen im Nackenbereich


Die häufigste Ursache für Nackenschmerzen sind allerdings myofasziale Schmerzen.3 Darunter versteht man Muskelverhärtungen, die auf Verspannungen oder Fehlhaltungen zurückzuführen sind. Kein Wunder, verbringen doch viele von uns einen Großteil des Tages in einer relativ starren, sitzenden Position. Dazu kommt ein in Richtung Bildschirm vorgestreckter Kopf. Von allen Berufsgruppen werden Büroangestellte deshalb am häufigsten von Nackenschmerzen geplagt.4 Auch der ständige Blick aufs Handy tut unserem Bewegungsapparat nicht gut und begünstigt die Entstehung des sogenannten Handynackens . Nicht selten treten solche Verspannungsschmerzen im Nacken in Verbindung mit Kopfschmerzen auf.5 Wenn der Nacken überwiegend morgens nach dem Aufwachen wehtut oder steif ist, könnte Ihre Schlafposition, insbesondere Ihr Kissen, dafür verantwortlich sein. Sollten die Schmerzen trotz Optimierung der Schlafposition nicht verschwinden und auch in Ruheposition anhalten, wenden Sie sich am besten an Ihre Ärztin/Ihren Arzt.6  


Kribblen, Brennen, Taubheitsgefühl

 


Eine weitere, häufige Ursache für Schmerzen im Nacken sind sogenannte degenerative Veränderungen des Bewegungsapparates. Darunter versteht man Abweichungen von der Norm, die meistens durch Verschleiß oder Abnutzung entstehen. So können Wirbelkörper, Bandscheiben oder Facettengelenke auf Nerven drücken oder die Durchblutung stören. Das äußert sich oft in einem Kribbeln, Brennen oder Taubheitsgefühl.9 Wenn sich zu den Schmerzen im Nacken ein Ziehen am Hinterkopf oder ausstrahlende Schmerzen in die Schultern oder Arme gesellen, spricht man von einem Halswirbelsäulen- oder Zervikalsyndrom. In dem Zusammenhang können auch Schwindel, Sehstörungen oder Tinnitus auftreten.10 Bei solchen Schmerzen oder gar Lähmungserscheinungen wenden Sie sich am besten an eine Neurologin oder einen Neurologen.

Was hilft schnell bei Nackenschmerzen?


Ein simpler, aber äußerst hilfreicher Tipp bei Nackenschmerzen, die auf Verspannungen oder Fehlhaltungen zurückgehen: Bewegen Sie sich und wechseln Sie Ihre Position so oft wie möglich. Bei akuten Schmerzen kann ein Schmerzmittel Erleichterung bieten.7 Konsultieren Sie jedoch im Vorfeld Ihre Ärztin/Ihren Arzt oder Ihre Apothekerin/Ihren Apotheker. Regelmäßige Massagen helfen nicht nur im Akutfall, sondern können schon dem Aufbau von Muskelverspannungen vorbeugen. Unterschätzen Sie auch nicht psychische Hintergründe: Insbesondere Stress und Depressionen führen häufig zu Verspannungen im Nackenbereich.8 Mit Entspannungsübungen bekommen Sie psychische Belastungen besser in den Griff, sodass sich diese nicht in körperlichen Schmerzen niederschlagen.


Selbsthilfe bei Nackenschmerzen - Check


- Wo genau haben Sie Schmerzen? 

Nackenschmerzen spielen sich am Hinterkopf vom ersten Halswirbel bis zum ersten Brustwirbel ab.11 Sie können auch in die Schultern und Arme ziehen. Bei Schmerzen, die von der Halswirbelsäule ausgehen und sich im Bereich des Nackens, der Arme und Schultern zeigen, spricht man von einem Halswirbelsäulen-Syndrom (HWS-Syndrom).12

 

 - Stehen die Schmerzen in Zusammenhang mit einer Verletzung? 

Verletzungen im Bereich der Halswirbelsäule, wie etwa ein Bandscheibenvorfall oder Muskelzerrungen, können eine Ursache für Schmerzen im Nacken sein.13

 

- Haben Sie momentan Stress oder eine andere psychische Belastung?

Bei Nackenverspannungen durch Stress können Entspannungsübungen Abhilfe schaffen.

 

Gibt es Begleiterscheinungen zu den Nackenschmerzen, zum Beispiel Übelkeit, Fieber?

In sehr seltenen Fällen rühren Nackenschmerzen von Infektionen her. In diesen Fällen treten in der Regel Begleiterscheinungen wie etwa Fieber auf. Akute starke Schmerzen im Nacken – meist in Verbindung mit Schmerzen im Kiefer oder in den Armen – können ein Anzeichen für einen Herzinfarkt sein.14 Nackenschmerzen sind auch ein häufiges Symptom bei Migräne. Finden Sie hier Tipps für Migräne.

- Bei Kribbeln, Brennen, Taubheitsgefühl oder Lähmungserscheinungen wenden Sie sich an eine Neurologin/einen Neurologen.

- Bei Nackenschmerzen in der Nacht oder am Morgen: Überprüfen Sie Ihre Schlafposition, Ihr Kissen und Ihre Matratze.


Nach oben

Quellen